BIOGRAFÍA

El propósito de hacer música a cappella en sus vidas se desarrolló en la escuela, ya que poco después de terminar, cinco antiguos miembros de la famosa escolanía “Regensburger Domspatzen” lo pusieron en práctica y fundaron el conjunto vocal Singer Pur en 1991.

Fue un fortuito asunto de amor el que llevó a una soprano a sus filas. En 1994, el sexteto Singer Pur con una inusual combinación de voces (una soprano, tres tenores, un barítono y un bajo) ganó el primer premio en el “Deutscher Musikwettbewerb”. Un año más tarde, Singer Pur recibió el “Grand Prix” para conjuntos vocales en el Festival internacional de música de Tampere, Finlandia, lo que supuso su lanzamiento como el primer conjunto vocal de habla alemana. Pronto, sus apariciones en televisión y radio, así como grabaciones de CDs, invitaciones a los festivales de mayor prestigio y conciertos en más de 50 países, establecieron su carrera internacional.

Singer Pur no tiene limitaciones estilísticas en sus programas, abarcando desde la música medieval hasta la vanguardista. Su repertorio incluye además un conjunto de nuevas composiciones y arreglos escritos exclusivamente para ellos. Singer Pur a menudo colabora con músicos tan diversos como el compositor y clarinetista de jazz Michael Riessler, el clarinetista David Orlowsky, así como con la Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Rundfunk-Sinfonieorchester Köln, Ensemble Musikfabrik, Ensemble Modern y The Hilliard Ensemble con los que colaboraron en diversos conciertos y grabaciones, incluyendo  su último concierto en Alemania previo a su retirada definitiva de los escenarios.

La discografía de Singer Pur consta de más de una veintena de CDs, varios de ellos galardonados. Dos discos de música del Renacimiento recibieron Le Choque de l’année de la revista musical francesa “Le monde de la Musique” y otros tres, el premio ECHO Klassik en 2005, 2007 y 2011, considerado el galardón más prestigioso otorgado a un CD en Europa. En 2013 la agrupación recibió el prestigioso premio belga Caeciliaprijzen por su cd de Roland de Lassus.
Singer Pur fue reconocido con el Premio de la Cultura de la ciudad de Regensburg en 2008, con el Bayerischer Staatspreis für Musik - el premio del estado Bávaro para la música - en 2013, con el Fritz-Goller-Preis y con el premio de la Academia de Bellas Artes de Baviera Friedrich-Baur-Preis en 2014.
También cabe mencionar que uno de sus tres volumenes editados de arreglos escritos para y por el grupo fue elegido como la mejor publicación del año en 2009.
Desde hace varios años, Singer Pur apoya a jovenes músicos, participando en los talleres internacionales de European Choral Association - Europa Cantat, AMJ y Rhapsody in School.

En 2014, Singer Pur actuó no sólo en 9 países diferentes sino que por primera vez ofreció conciertos y talleres en España, actuando en Madrid y Barcelona, estrenándose también en el País Vasco con su participación en el Festival de Música Sacra de Hondarribia.
En 2015 la Asociación Coral Europea - Europa Cantat otorgó a Singer Pur el título de `Embajadores de los amigos de la Música Coral Europea`.
En 2016 participó por primera vez en la Semana de Música Religiosa de Cuenca junto a Ensemble Musikfabrik interpretando “Vigilia” de Wolfgang Rihm, obra compuesta expresamente para Singer Pur, cosechando muy buenas críticas.
El 8 de marzo de 2017, Singer Pur celebró exáctamente 25 años de su debut sobre el escenario con un concierto en Munich. Con motivo de esta celebración  OehmsClassics, nuestra compañía discográfica, editó como regalo un CD recopilación de nuestra trayectoria musical “The Best of Singer Pur”.
2018 está siendo un año muy ilusionante con muchos proyectos nacionales e internacionales y con el privilegio de haber debutado en la Gran Sala de la Elbphilharmonie invitado personalmente por el Maestro Kent Nagano. Otro proyecto que esperamos con ilusión, es nuestro concierto en el auditorio del Museo del Prado de Madrid.

 

CLAUDIA REINHARD Sopran

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Der Legende zufolge habe ich bei meiner Geburt schon gebrüllt, als nur mein Kopf rausguckte, was den italienischen Kinderarzt zum Kommentar „Che bella voce!” hingerissen haben soll. Man könnte also meinen, das Singen sei mir quasi in die Wiege gelegt worden. Tatsächlich war es jedoch ein langer Weg bis zur Sopranistin bei Singer Pur.

Die Musikalität war aber sicher schon in der Wiege mit dabei, wir haben zuhause viel gesungen, und ich konnte eher Noten als Buchstaben lesen. Noch im Kindergarten lernte ich Blockflöte spielen, später Klavier und Cello, und als Teenie machte ich alle verfügbaren Jugendorchester in Ostwestfalen unsicher. Nach dem Abi ging ich nach Hamburg, um Musik und Englisch für’s Gymnasial-Lehramt zu studieren.

Zum Leidwesen meiner Klavier-Professorin (Klavier war schließlich mein Hauptfach) habe ich weiter viel Cello gespielt, von der Mahler-Sinfonie im Studentenorchester bis zur Revue in „Schmidt’s Tivoli” auf der Reeperbahn. Als ich aber durch das Studium in den Genuss meiner ersten Gesangsstunden kam, war bald klar: Ich wollte singen! Es bedurfte jedoch noch einiger Zeit, Lehrer- und Stimmfachwechsel, bis ich einigermaßen anhörbar wurde und meine ersten Erfahrungen in Rundfunk- und Projektchören sowie als Solistin sammeln konnte.

Im Gewandhauskammerchor Leipzig lernte ich Guido Heidloff kennen, der damals gerade als Bariton bei Singer Pur anfing (und uns leider inzwischen wieder verlassen hat). Durch ihn wurde ich auf das Ensemble und die vakante Sopranstelle aufmerksam. Diese besetze ich nun seit 2003 und bin außer für hohe Töne noch für die Reiseplanung zuständig. Auch als Ensemblemitglied habe ich weiter in Lübeck und Graz bei Prof. Bästlein Gesang studiert und den pädagogischen und künstlerischen Abschluss gemacht.

Wenn ich nicht mit „meinen Jungs” unterwegs bin, singe ich als Solistin und als freie Mitarbeiterin im BR-Chor und unterrichte auch sehr gern (wer Interesse hat, kann sich per E-Mail melden!). Neben der Musik gehört meine Leidenschaft dem Tanzen jeglicher Art und dem Reiten von Islandpferden. Außerdem geh ich gern in die Oper, ins Ballett, Konzert und ins Kino und mag, mancher höre und staune, so häusliche Aktivitäten wie Kochen, Backen und Stricken. Davon erhole ich mich dann beim Radeln an der Isar oder beim bisher nur mäßig erfolgreichen Bemühen, Skaten und Schlittschuhlaufen zu üben.

 

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RÜDIGER BALLHORN Tenor

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Mein Vater war Soldat und wir sind oft umgezogen. Zufällig wohnten meine Eltern gerade im nordhessischen Homberg an der Efze, als ich geboren wurde. Aufgewachsen bin ich dann im beschaulichen Niederstetten, einem kleinen Ort in Hohenlohe, dessen einzige wirkliche Attraktion der große Flughafen der Bundeswehr war, von dem mein Vater mit dem Hubschrauber in die Lüfte abhob, was zwar für einen kleinen Jungen sehr beeindruckend war, aber nicht an die Faszination herankam, die eine völlig abgegriffene Langspielplatte meiner Eltern auf mich ausübte: Das London Philharmonic Orchestra spielt Rock Klassiker! Schwer beeindruckt verbrachte ich Stunden damit, vor dem Lautsprecher zu sitzen und zu lauschen. Das war damals schon Cross-Over. Und vielleicht ist diese Platte der Grund für meine breit gefächerten musikalischen Vorlieben.
Pat Boone war damals der Lieblingssänger meiner Mutter - gut möglich also, dass ich Dank eines amerikanischen Schlagersängers meine Gesangstimme entdeckt habe. Jedenfalls hörte ich nicht mehr auf zu singen und meine Eltern beschlossen, das in vernünftige Bahnen zu lenken. Ich sang erfolgreich “Yesterday“ von den Beatles vor und fand im Windsbacher Knabenchor meine erste musikalische Heimat. Die Jahre im Internat, fern von zu Hause, waren nicht immer leicht, wurden aber schon damals vom gemeinsamen Singen im Chor versüßt. Der Name Johann Sebastian Bach prangte auf nahezu jedem Notenblatt und mit dem Nachhall von Schütz und Mendelssohn schlief ichabends ein. Hier wurde der Grundstein für meine spätere musikalische Laufbahn gelegt.
Doch erst einmal sollte ich der Musik untreu werden. Von jeher sportlich interessiert und dem Tennis zugetan, eiferte ich - wie jeder, der damals einen Schläger halbwegs halten konnte - meinem Idol Boris Becker nach und verbrachte jede freie Minute auf dem Tennisplatz. Stimmübungen mussten Vorhandtraining weichen. Aber irgendwann vergaß ich Wimbledon, besann mich eines Besseren und bereitete mich mit privaten Gesangsstunden auf das Musikstudium vor. An der Hochschule für Musik in Würzburg fand ich in dem Tenor Horst R. Laubenthal meinen ersten Gesangslehrer. Mit ihm an der Seite konnte ich im Jahr 2001 als diplomierter Konzertsänger meine Studien erfolgreich abschließen.
Seitdem ist es vor allem die Musik Johann Sebastian Bachs, die einen Schwerpunkt meiner sängerischen Tätigkeit bildet. Und wann immer ich den Evangelisten in einer der Passionen singen darf, fühle ich mich musikalisch zuhause. Ich hatte früh das große Glück, mit einem Profi-Ensemble meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können: 9 Jahre lang tourte ich mit dem ensemble six durch die Säle der Republik. Mit gegelten Haaren, in Frack und Lackschuhen, wandelte ich auf den Spuren der legendären Comedian Harmonists - ein großer Spaß und eine tolle Zeit, in der ich viel Bühnenerfahrung sammeln und meine Begeisterung für die “leichte Muse“ ausleben durfte. Daneben blieb ich immer der Klassik treu, fand neue Aufgaben als Solist oder in verschiedenen Chören, darunter dem MDR Rundfunkchor in Leipzig. Eine prägende Zeit erlebte ich von 2001 an im Kammerchor des Gewandhauses zu Leipzig, von dessen künstlerischen Leiter Morten Schuldt Jensen ich viele wichtige musikalische Impulse erhalten habe.
Glück hatte ich auch mit der Auswahl meiner späteren Gesangslehrer. James Wagner nahm mich zuerst unter seine Fittiche, später dann Arthur Janzen, mit dem ich hoffentlich noch lange zusammenarbeiten darf.
Gut behütet kann ich einer weiteren Leidenschaft von mir unbeschwert nachgehen: Dem Schreiben und Komponieren von Songs, zusammen mit meinem Freund und Gitarristen Holger Emmerich. Die Auftritte als Singer-Songwriter sind aus zeitlichen Gründen eher rar gesät, aber dadurch umso schöner.
Wenn ich nicht gerade unterwegs bin, greife ich immer noch gerne zum Tennisschläger, bin leidenschaftlicher Kinogänger, lese dicke Geschichtsromane, koche sehr gern und versuche mich in Gartenarbeit.
Das Arbeiten und Sich- Ausprobieren in verschiedenen musikalischen Stilrichtungen habe ich stets als befreiend und bereichernd empfunden. Von hier aus führten mich Wege und Umwege nun schließlich zu Singer Pur. Eine Herausforderung, der ich mich täglich freudig stelle. Dabei begleiten und unterstützen mich meine Frau und meine beiden Kinder, mit denen ich in

 

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MARKUS ZAPP Tenor

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Meine zumindest stimmlichen Ambitionen soll ich angeblich schon sehr früh recht hartnäckig ganz zum Leidwesen meiner Eltern und Geschwister geschult haben. Morgens waren meine Augen noch nicht offen, aber mein Stimmorgan ließ unüberhörbar meinen Tagesanbruch verlauten. Dieser Drang der Selbstverwirklichung wurde bei mir erstmals mit der fast obligatorischen Blockflöte im Kindergarten und dem frühen Erlernen des Akkordeonspiels kultiviert.

Eigentlich war mein großer Traum, die Orgel zu erlernen, doch dafür mussten meine Arme und Beine einen noch immensen Abstand zu Tastatur und Pedal überwinden. Ich hatte mich also noch einige Jahre in Geduld zu üben. Obwohl meine im Grundschulalter entstandenen Kompositionen für das Akkordeon irgendwie in die Öffentlichkeit geraten sind, haben meine Eltern nicht den Mut verloren, mich weiterhin musikalisch zu fördern, indem sie mich bei den Regensburger Domspatzen vorstellten. Dort versprach man mir sofort, meinem Wunsch, das Orgelspielen zu erlernen  –  nach Erfüllung der körperlichen Voraussetzungen  –  Genüge zu tun. Damit ist meine Entscheidung für Regensburg gefallen. Meine baldige Einbindung in den Konzertchor ließ ein Studium an Instrumenten nicht mehr intensiv zu und ich konzentrierte mich voll auf den Gesang. Erst in der obligatorischen Zwangspause des Stimmbruchs habe ich mich dann auf die Orgel besonnen. Viele weitere Instrumente hatte ich damals geübt oder drangsaliert, doch eines sollte mich besonders faszinieren, und zwar die Posaune. Meine raschen Fortschritte ließen mich bald den Musikwettbewerb meines Heimatlandkreises Ebersberg für mich entscheiden. Den Leistungskurs Musik und den anschließenden Grundwehrdienst habe ich daraufhin, natürlich bestens motiviert, auch mit der Posaune belegt.

Nach dieser Zeit ist mein musikalischer Werdegang zwangsläufig fest mit Singer Pur verbunden  –  als eines der beiden letzten noch amtierenden Gründungsmitglieder des Ensembles.

Erst vier Jahre nach der Gründung konnten wir  –  durch den Umstand, dass unsere damalige Sopranistin Caroline Höglund ihr Studium in ihrer schwedischen Heimat beenden wollte  –  die Termine so bündeln, dass mir zeitlich halbwegs ein Gesangsstudium möglich war. So studierte ich an der Hochschule für Theater und Musik in München vor allem unter der Obhut von Prof. Hanno Blaschke, Prof. Hanns-Martin Schneidt, Prof. Helmut Deutsch und Céline Dutilly mit so großem Erfolg, dass mir ein weiteres Studienjahr als Förderung zuerkannt wurde.

In dieser Zeit kam ich mit meiner Solostimme bei Hartmut Elbert noch einen großen Schritt weiter. Meine jetzige stimmliche Entwicklung verdanke ich aber vor allem Frau Professor Andrea Mellis (Wien).

Nun freue ich mich, dass ich neben Singer Pur immer wieder Zeit für solistische Aktivitäten finde. Meine größten Erlebnisse waren dabei sicher unter anderem die Zusammenarbeit mit Prof. Uros Lajowic in Ljubljana, mit Helmut Müller-Brühl in der Kölner Philharmonie oder im Theâtre des Champs-Élysées in Paris, das eine oder andere Konzert mit Prof. Hanns-Martin Schneidt, auch in der Münchner Philharmonie, ein Konzert mit dem Hilliard Ensemble in München, eine spannende Proben- und Konzertwoche mit Andrew Parrott in Prag, Haydns „Jahreszeiten” und das großartige „Stabat Mater” von Antonin Dvořák mit den Hofer Symphonikern, eine Opernuraufführung bei der Münchner Biennale und vieles mehr.

Leider mangelt es mir dadurch an Zeit, meine Leidenschaft noch mehr auszuleben, Menschen meine Erfahrungen als Sänger und das Singen an sich näher zu bringen. Aber zu meiner Freude wird Singer Pur zur Zeit von dem einen oder anderen Festival, vor allem auch im europäischen Ausland, ersucht, einen Workshop für Vokalensembles abzuhalten. Unsere Workshops für den wohl größten europäischen Chorverband Europa Cantat in Mainz, Gent und zwei Mal Ljubljana zählen sicher zu meinen intensivsten musikalischen Wochen.

Diese Vielfalt der Arbeit summa summarum, diese Grenzenlosigkeit und Facettenreichtum meiner Aufgaben mit Singer Pur mögen wohl auch der Grund sein, weshalb ich Singer Pur immer noch  –  nach so vielen Jahren  –  als den Grundstein meiner beruflichen Erfüllung betrachte. Dadurch, dass mir nichts verwehrt bleibt, ich mit erfahrenen Kollegen zusammenarbeite, die wie ich offen sein möchten für alles, was mit Gesang und Musik zu tun hat, bleibt die Arbeit immer frisch, flexibel, interessant und neu.

Was will man mehr?

 

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MANUEL WARWITZ Tenor

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Geboren bin ich in der schönen Stadt Salzburg. Bei uns zuhause lief immer das Radio. Der österreichische Klassiksender war fest eingestellt, und wahrscheinlich hatte ich nach meinem ersten Lebensjahr schon den gesamten musikalischen Schatz der abendländischen Musik-Kultur konsumiert. Ich gehe jede Wette ein, dass bei meiner Ankunft gerade „Siegfried” oder „Don Giovanni” gespielt wurde.

Die Musik erklang immer durch alle Räume bis in den Garten, oft bis drei Uhr in der Früh. Auf diese Weise erfuhr auch mancher Nachbar und Polizeibeamter etwas Bildung in klassischer Musik.

Meiner Mutter gelangen die Speisen bei Mozart sehr lieblich, bei Beethoven recht herb und bei Wagner etwas üppig gesalzen. Mein Vater war so musikbegeistert, dass er uns Kinder überallhin mitnahm, in Konzerte und Wagneropern, zu den Salzburger Festspielen oder wo sonst etwas aufgeführt wurde, was ihn interessierte  –  und uns nicht.

Das trug dazu bei, dass ich noch heute kein gutes Sitzfleisch habe und gar nicht so gern in Opern gehe, weil ich weiß, daß ich nach einer halben Stunde schon wieder nach Hause möchte.

Aber die Liebe zur Musik ist geblieben. Ein Engagement bei den Wiener Sängerknaben, für das ich mich selbst entschied, scheiterte nach einem halben Jahr, weil ich schreckliches Heimweh hatte. Damit kann ich übrigens jetzt etwas besser umgehen.

Daraufhin besuchte ich ein musisches Gymnasium, später dann eine benediktinische Klosterschule, was mir insgesamt ein breites Spektrum an Bildung verschaffte.

Von der Geige wechselte ich mit 15 kurzerhand zur Gitarre in einer Rockband, was durch schlechte schulische Leistungen und darauffolgendes Verbot meiner Mitwirkung nur auf eine kurze Zeit beschränkt blieb. Die Lehrer waren froh, dass ich irgendwann mit der Schule fertig war, aber das ist eine andere Geschichte.

Über einige Umwege kam ich wieder zur klassischen Musik zurück und machte eine Ausbildung zum Gesangs- und Geigenlehrer am Mozarteum in Salzburg. Danach studierte ich noch zwei Jahre bei dem phänomenalen Sänger Walter Berry in Wien (als echter Österreicher muss ich erwähnen, dass er Professor und Kammersänger war).

Mich hat in der Musik immer eine bunte Mixtur interessiert, von „alter Musik„ über Oper bis Schlager und Jazz. Und so ist es auf eine Art kein Zufall, dass ich bei Singer Pur gelandet bin, denn hier ist diese Vielseitigkeit gegeben und stellt mich immer wieder vor neue musikalsiche Herausforderungen. Ich kann hier meine Liebe zu dem einzigartigen Charakter eines Renaissance-Madrigals oder einer Vittoria-Motette genauso ausleben wie die zu der Jazzballade „Misty”. Und es gibt noch viel zu entdecken.

Die Zeit vor Singer Pur war ebenso bunt wie mein musikalischer Geschmack. Da gab es viel Gesang, aber auch Gesangspausen, Jobben und eine Weltreise, die keine ganze wurde, mich aber mit der Eisenbahn von Salzburg aus immerhin über Sibirien bis Hongkong führte. Ja,da gäbe es einiges zu erzählen, aber das mache ich erst in dem Buch, das ich schreiben werde, wenn ich alt bin.

Ein wenig Zeit bleibt mir ja noch neben dem Singen. Das ist auch gut so, denn ich habe eine wunderbare Frau und zwei Söhne, die sehr gerne mit Papa spielen  –  am liebsten die ganze Zeit. Und wenn ich dann noch Zeit finde, lese ich gerne, spiele gerne Gitarre, fahre mit dem Rad auf die Berge, mache mit den Inlineskates Sightseeing in fremden Städten, spiele Fußball, Billard, Volleyball und alle anderen Ballsportarten, bin überhaupt gerne in der Natur. Ich mache eigentlich alles gerne außer Spazierengehen.

Wenn ich dann aber einmal innehalte und inmitten des ganzen Trubels zur Ruhe komme, bin ich sehr dankbar dafür, dass es mir und meinen Lieben so gut geht.

 

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REINER SCHNEIDER-WATERBERG Bariton

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Ich bin in Namibia geboren und aufgewachsen, mein Großvater war vor knapp 100 Jahren aus Deutschland ausgewandert, meine Familie lebt dort auf der Farm Okosongomingo. Ich besuchte die Deutsche Schule Otjiwarongo, verbrachte jede freie Minute vertieft in deutsche Bücher, sang hingabevoll zweite Stimmen zu deutschen Volksliedern über Schneegebirge, Bäche und Wälder, die es bei uns alle nicht gab, nur „gehen wir uns ein Wildschwein jagen” verstand ich: ich war mit 12 Jahren begeisterter Warzenschweinjäger.

Mit 14 kam der große Kulturschock: das englische Kirchengymnasium Michaelhouse in Natal, Südafrika, 2500 km von daheim entfernt. Dort musterte ich mich zum Erfolgsschüler und bekam nach meinem Schulabschluss ein Stipendium, von dem jährlich nur zwei in Südafrika vergeben wurden, nach freier Wahl zu studieren. Da ich nicht wusste, was ich „mal werden wollte”, studierte ich alles gleichzeitig, so dass ich nach vier Jahren an der Universität Stellenbosch bei Kapstadt einen Bachelor und Honours in Mathematik und Volkswirtschaft und einen Bachelor in Klassischen Sprachen vorzuweisen hatte. Außerdem sang ich in dem ausgezeichneten Universitätschor unter Acáma Fick und in den Männerensembles Boschtroebadoers und Boschenzangers, die beide den südafrikanischen Musikwettbewerb Crescendo gewannen.

Ein weiteres Stipendium brachte mich an das St. John’s College in Cambridge, England, wo ich zunächst einen Magister in International Relations absolvierte und dann begann, im gleichen Fach zu promovieren. Inzwischen allerdings hatte die Entdeckung, dass ich Countertenor singen konnte, mein Leben stark verändert: ich sang in wöchentlich vier Gottesdiensten im Trinity College Choir unter Richard Marlow (zusätzlich nahmen wir in drei Jahren 9 CDs auf und gingen auf 10 internationale Konzertreisen), im University Chamber Choir und auch sehr viel solistisch, so dass das Studium begann, zu kurz zu kommen. In Cambridge lernte ich auch 1994 Singer Pur kennen auf einem Kurs des Hilliard Ensembles: ich war natürlich hell begeistert, doch verlief sich der Kontakt zunächst.

1994 war es so weit: ich brach die Promotion ab und ging ans Mozarteum nach Salzburg, um dort bei Monika Lenz Gesang zu studieren. Ich sang als Altus Winterreise und Dichterliebe, Messias auf drei Kontinenten, einige CD-Einspielungen und in verschiedenen Formationen. 1996 ging ich nach Basel an die Schola Cantorum Basiliensis, um dort Alte Musik: Gesang zu studieren. Ich wurde Mitglied des Renaissance-Vokalsextetts Hofkapelle und sang gelegentlich im Ferrara Ensemble. Nach einigen Wirren begann ich 1998 in der Gesangsklasse von Evelyn Tubb mit der Ausbildung der Baritonlage meiner Stimme und schloss im Mai 2001 mein Diplomkonzert mit „sehr gut” ab. Weitere Gesangsfortbildung bei Markus Haas, Canto functionale. Außerdem entdeckte ich eine Begeisterung für Chorleitung, die ich ausgiebig auslebte, ob mit Kirchen-, Männer-, Kinder- oder Altenheimchor.

Ja, und plötzlich ergaben ein paar Zufälle ein Wiedersehen mit Singer Pur, und so singe ich nun wieder mit Hingabe (nicht nur) deutsche Volkslieder, in etwas komplizierteren Arrangements, versteht sich . . .

 

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MARCUS SCHMIDL Bariton

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„Als Sänger soll er werden einmal ganz groß”!

Das musste sich damals auf „der Vater ist der Sängerboss” reimen.

Und so wurde in einem Ständchen vom Garmisch-Partenkirchener Hochlandchor Marcus Schmidl (Schmild / Schmidöl / Schmidt / Schmiedel / Achmiedel / . . .) bei seiner Geburt im Jahre 1971 der Gesang quasi mit in die Wiege gelegt.

Wie Klaus und Markus hat auch er die Schule der Domspatzen, ohne hier nennenswerte Begebenheiten zu nennen, durchlaufen. Zugunsten der „Wiegenliedprophezeiung” hat er danach seine starke Neigung zur Malerei für ein Jahrzehnt vertrocknen lassen, das Arrangieren anderen überlassen, sich dann in den Sog der Widrigkeiten eines Hochschulstudiums ziehen lassen, also alles stehen und liegen lassen, nur um sich voll und ganz dem Gesange hinzugeben.

Seit Oktober 2001 ist er nun tatsächlich diplomierter Konzertsänger. Das heißt aber hoffentlich nicht, dass er seinen Zenit als Sänger schon überschritten hat. Bei Bässen bräuchte man da ja eigentlich keine Angst zu haben.

Heute malt er auch wieder  –  was ihm sehr gut zu tun scheint  – , greift hie und da erneut für Singer Pur als Tonsetzer zur Feder und hebt vieles wieder auf, was er damals liegen und stehen hat lassen, nur um sich ganz dem Gesange, nun vielleicht einmal in seiner „ganz großen” Fülle, hinzugeben.

Mit diesem „einmal ganz groß” zu leben, ist eine enorme Bürde, wie er immer wieder bekundet.

(Und wie er zu dem seltsamen Beinamen „Smy” kam? Er sagt, er weiß es nicht.)